„Schlüssel“ für die Herzen der Menschen

Den umfangreichen Schlüsselbund der Neupfarrkirche hat Dekan Eckhard Herrmann bei der Begrüßung neuer Mitarbeitende der Diakonie zum Aufhänger für seine Andacht genutzt. „Es gibt viele Schlüssel, mit denen wir die Herzen von Menschen von Menschen öffnen können“, wandte er an die rund 20 Teilnehmenden in der Kapelle des Alumneums. „Manchmal hat man gleich den richtigen zur Hand“, holte er aus und nannte „das richtige Wort im richtigen Augenblick“, ein Lächeln oder eine Geste oder gar „kein Wort, wo es besser ist, nichts zu sagen“ als Beispiele. Darin sieht er mögliche „Schlüssel“, um zu den Menschen durchzudringen, mit denen die „Neuen“ in ihren verschiedenen Diensten bei der Diakonie zu tun haben.

„Ich wünsche Ihnen“ gab er ihnen mit auf den Weg, „dass Sie bei allem, was Sie in Ihrem Dienst tun, immer den richtigen Schlüssel finden. In den Beratungsstellen, in der Pflege, in Ihrem Miteinander mit Kindern, bei der Begleitung von Menschen, deren Leben durch unterschiedlichste Belastungen beeinträchtigt ist.“ Über Rollenspiele, Gruppenübungen und kompakte Infos bekamen sie während des Tages einen Einblick in die verschiedenen Bereiche und sozialen Aufgaben der Diakonie und dem Selbstverständnis als christlicher Verband mit ethischer Werthaltung. Mit einem „Care-Paket“ und Wegweisern durch „das Dickicht Diakonie“ verabschiedete Vorstandsfrau Sabine Rückle-Rösner und ihr Team am späten Nachmittag die Neuen. Die wirkten spürbar lebhafter und entspannter als am Morgen. Erste Freundschaften waren geschlossen.




„Gefühl hat sich ganz schön verändert“

Richtig froh ist Genoveva Ledermann über ihr Praktikum im Tageszentrum Café Insel. „Das war toll“ strahlt die Schülerin vom Albrecht-Altdorfer-Gymnasium, „die waren alle so nett hier!“. Sie habe beim Einkauf für die Küche mithelfen können, habe bei der Vorbereitung für das tägliche Mittagsangebot mitgearbeitet und vor allem, sie habe „viele Leute kennengelernt“. Dabei macht die 15-Jährige aus der Klasse 9+d keinen Unterschied zwischen den Profis vom Team, den Sozialpädagogen und Hauswirtschaftsleuten, und Besuchern des Tageszentrums, von denen manche jede Tag in der diakonischen Einrichtung sind. Überrascht sei sie gewesen, antwortet Ledermann auf die Frage ob sich ihre Einstellung psychisch kranken Menschen gegenüber verändert habe, „wie offen und superfreundlich die Menschen hier sind“. Das habe sie nicht erwartet. Sie selbst sei zwar auch vor dem Compassion-Praktikum weder ängstlich noch reserviert gegenüber kranken Leuten gewesen. „Mein Gefühl hat sich trotzdem ganz schön verändert. Viel positiver…“, ergänzt die junge Frau. Ob sie später einmal in einem solchen Bereich arbeiten wolle, wisse sie jetzt noch nicht, gibt sie offen zu. „Ich will aber etwas mit Menschen zu tun haben“, da lässt die sportlich ambitionierte Regensburgerin keine Zweifel aufkommen.
Seit mehreren Jahren arbeitet die Diakonie Regensburg mit mehreren städtischen Schulen im Rahmen von Compassion-Projekten zusammen. Sie bietet Schülern in verschiedenen Einrichtungen Praktikumsplätze, die gern genutzt werden. Ledermann war während ihrer Praktikumswoche im Tageszentrum in Freizeitgruppen aktiv, wirkte bei der Hauswirtschaft mit, übernahm Thekendienste, beteiligte sich an Angeboten im Haus und standen Besuchern des Cafes als Ansprechpartnerin zur Verfügung.



Elternbeirat baut Weiden-Tipi

Die Weideruten waren frisch geschnitten, da gab es kein Halten mehr. Noch am gleichen Abend, als die Nachricht von den Gemeindearbeitern kam, dass Weiden geschnitten worden seien, die abgeholt werden könnten, verabredeten sich einige Väter und Mütter vom Elternbeirat. Am darauffolgenden Wochenende rückten sie mit Schaufel und Spaten im Kinderhaus Tegernhaus an, um das von den Kindern heiß ersehnte Tipi zu bauen. „Sie legten sich mächtig ins Zeug“, lobte Leiterin Daniela Rößler zwei Tage später voller Freude das Engagement der Beirats-Eltern. In wenigen Stunden hatte des Team unter kräftiger Mitwirkung von Sophie, der Tochter von der früheren Beiratsvorsitzenden Nadine Müller den Platz abgesteckt, gesäubert, vorbereitet und die Weiden kunstvoll eingegraben und oben zu einem typischen Tipi geflochten und zusammengebunden. Das Ergebnis des gemeinschaftlichen Elternengagements kann sich sehen und ist auch sofort von den Kindern in Beschlag genommen worden.